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GeschwisterInzest

Studien belegen, dass Bruder / Schwester Inzest fünfmal häufiger vorkommt, als Vater / Tochter Inzest. In Familien, Schulen und der Öffentlichkeit wird diese Problematik meistens auch heute noch tabuisiert und geleugnet.

Die Situation:

GeschwisterInzest ist die häufigste Form des Inzests.
Betroffene Familien stehen emotional vor großen Herausforderungen, denn das TäterKind ist ebenso ein Teil der Familie, wie auch das OpferKind. Viele, für die Erziehung verantwortliche Eltern, sind verunsichert. Was ist noch ein normales sexuelles Spiel unter Geschwistern, ab wann werden Grenzen verletzt?

GeschwisterInzest:
Als Inzest unter Geschwistern werden lediglich sexuelle Handlungen bezeichnet die über die allgemeinen DoktorSpiele hinausgehen.

Der GeschwisterInzest tritt meist in einer der folgenden drei Formen auf:

1. sexueller Übergriff:
von sehr jungen Kindern im vorpubertären Alter auf gleichaltrige oder jüngere Geschwister.

2. fürsorglich liebevoller Inzest:
oft einvernehmlich und geprägt von gegenseitiger Loyalität und von körperlicher Neugier und Lust. In einer emotional defizitären familiären Umwelt wird diese Form des Inzests von den Geschwistern oft als Insel liebevoller Zuwendung erlebt. Allzuoft wandelt sich diese InzestForm aber mit der Zeit zu einer eindeutigen sexuellen Ausbeutung!

3. Macht orientierter Inzest:
mit sadistischen und ausbeuterischen Zügen. Dabei handelt es sich um eine Form von sexueller Gewalt. Diese besondere Form des sexuellen Übergriffs ist ausschließlich bei GeschwisterPaaren anzutreffen, bei denen der Bruder im PubertätsAlter und zugleich älter ist, als die Schwester.

Alle drei Formen sexueller Übergriffe sind an Macht orientiert.

Es liegt jeweils ein Machtgefälle zwischen den beteiligten Geschwistern vor. Hier kann das männliche, als auch das weibliche Geschwister zum Täter oder Opfer werden. Allerdings liegt die Verteilung der Häufigkeit eindeutig auf Seiten von männlichen Tätern!

Zur Abgrenzung von:
- sexueller Gewalt zwischen Geschwistern,
- und einvernehmlicher Sexualität zwischen ihnen,
gibt es objektive Kriterien.

Von einem sexuellen Angriff ist zweifelsfrei auszugehen, wenn:

- Gewalt, Zwang oder Bedrohung angewendet wurde,
- eine Penetration [eindringen] versucht wurde,
- irgendeine Form von Verletzung des Opfers dokumentiert ist.


Ab einem Altersunterschied von fünf Jahren:
muss auch ohne Drohungen und GewaltAnwendung immer von einer sexuellen Aggression ausgegangen werden, da bei einem derartigen Macht und Entwicklungs Gefälle, seitens des jüngeren Kindes, kein Einvernehmen für sexuelle Handlungen mehr hergestellt werden kann. Bei der rasanten Entwicklung im KindesAlter können, gerade bei jüngeren Kindern, schon ein oder zwei Jahre AltersUnterschied eine entscheidende Rolle spielen.

Kinder mit einem AltersUnterschied von wenigen Jahren sind oft sehr deutlich auf einem anderen EntwicklungsStand. Selbst gleichaltrige Kinder können in ihrem EntwicklungsStand manchmal erhebliche Unterschiede aufweisen. Außerdem unterscheiden sich natürlich die dem Alter bzw. der Entwicklung entsprechenden sexuellen Handlungen in ihrer Ausprägung individuell.

Somit gilt es bei Kindern zu bedenken:
dass ein Machtgefälle, als wesentliche Voraussetzung für die Bewertung eines sexuellen Verhaltens als sexuelle Ausbeutung, schon früh, und auch bei einem geringen AltersUnterschied zwischen den Beteiligten, gegeben sein kann.

Fragen zur normalen sexuellen Entwicklung von Kindern wurden auf den vorigen Seiten und in diesem Kapitel schon beleuchtet. Dort ging es um die Hintergründe von sexuellen Übergriffen unter Geschwistern, insbesondere um die familiären Ursachen, sowie die Situation von betroffenen Eltern und Kindern.

Quellen:

Neben den Fachbüchern von Bange, Deegener, Fegert, Finkelhor, Elz usw. ist der FachArtikel von Regula Schwager [Psychologin, Psychotherapeutin] und Marie-Louise Pfister [Sozialpädagogin, Paar- und Familientherapeutin] sowie das Buch:
'Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung'
von Ulrich Tiber Egle besonders erwähnenswert.


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